ENIM

Projekt zur Untersuchung der energetischen Verwertbarkeit von Biomasse aus wiedervernässten Niedermooren.

Anlass
Das Angebot von Biomasse zur energetischen Verwertung wird durch die zunehmende Nachfrage knapper. Dies äußert sich in steigenden Preisen für Biomasse sowie in einer Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel-, Futter- und Energieproduktion. Die Produktion von Biomasse aus wiedervernässten bzw. nassen Mooren steht jedoch nicht in Konkurrenz zu anderen Produkten der Landwirtschaft. Vielmehr besteht ein Überschuss an Niedermoorgrünland: Flächen sind aus der Nutzung gefallen und verbuschen (Verlust von Offenland) bzw. befinden sich auf Grund von Flächen- oder Naturschutzprämien in einer Pflegenutzung, wobei sinnvolle Verwertungsoptionen für die Biomasse fehlen.

Zielsetzung
Mit dem Projekt „Energiebiomasse aus Niedermooren“ (ENIM; DBU-AZ 25165-35/0) wurden die Möglichkeiten der energetischen Verwertung von Niedermoorbiomasse untersucht. Es wurden alle Stufen von der Produktion bis zur Verwertung von Biomasse aus nassen Mooren betrachtet sowie in Praxisversuchen deren Umsetzung überprüft und verbessert.Folgende Fragestellungen standen beim ENIM-Projekt im Vordergrund:

  • Stoffliche Zusammensetzung und Brennstoffeigenschaften von Niedermoorbiomasse am Beispiel von Schilf (Phragmites australis) und Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea)
  • Einsatzmöglichkeiten als Monobrennstoff oder als Beimischung zu Holz: Verbrennungsversuche im Labor sowie versuchsweiser Dauereinsatz im Heizkraftwerk Friedland
  • Landtechnische und agrarökonomische Fragen der Gewinnung von Niedermoorbiomasse: Anbau von Schilf auf einer Versuchsfläche, angepasste Erntetechnik, Verfahrenskosten
  • Charakterisierung der Standortbedingungen, Ermittlung der Produktivität und Bestimmung des Flächenpotenzials wiedervernässter bzw. nasser Niedermoore
  • Akzeptanz und Rahmenbedingungen der Bewirtschaftung nasser Moore aus Sicht von Naturschutz und Landwirtschaft

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Perspektiven für Klimaschutz, Umweltschutz und Landnutzung
Die Bewirtschaftung der Niedermoorflächen nach Wiedervernässung ist im Gegensatz zum üblichen Biomasseanbau umweltentlastend. Der Torfabbau durch die herkömmliche Grünlandbewirtschaftung wird beendet. In semi-aquatischen Ökosystemen kann ggf. Kohlenstoff in Form von Torf gespeichert werden. Zusätzlich erfolgt durch die energetische Verwertung der Niedermoorbiomasse eine CO2-Einsparung auf Grund der Substitution fossiler Energieträger im Kraftwerk. Die als Paludikultur (palus (lat.): Sumpf) bezeichnete nasse, standortgerechte Bewirtschaftung vereinbart Moor- sowie Klimaschutz mit einer landwirtschaftlichen Wertschöpfung.

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Abschlussveranstaltung

Am 18. Mai 2009 fand in Greifswald die Abschlussveranstaltung des Projektes mit dem Titel "Heizen mit Schilf - Möglichkeiten dezentraler Wärmeenergieversorgung" statt. Das Programm und die Kurzfassungen sowie Präsentationen zu den Vorträgen stehen zum Download bereit.

  pdf Programm
PDF
 
  pdf Forschungsprojekt ENIM
W. Wichtmann Kurzfassung / Präsentation
 
  pdf Halmgutartige Biomasse als Brennstoff
N. Weller Kurzfassung / Präsentation
 
  pdf Anlagenalternativen zur Halmgut-Verbrennung
T. Hering Präsentation
 
  pdf Herlt-Ganzballenvergaser
C. Herlt Kurzfassung
 
  pdf Schilfheizwerk zur Nahwärmeversorgung
S. Wichmann Kurzfassung / Präsentation
 
  pdf Wärmeerzeugung für die Schweinezucht
H. Holst Kurzfassung / Präsentation
 
  pdf Fördermöglichkeiten & Finanzierungshürden
W. Schaffer Präsentation
 
  pdf Linkliste
PDF
 

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Projektbericht
Das Projekt wurde zum Jahresende 2009 abgeschlossen. Folgende Unterlagen können hier heruntergeladen werden:

 

pdf Projektkennblatt
PDF

 

pdf Endbericht
Wichmann, S. & Wichtmann, W. (2009): Bericht zum Forschungs- und Entwicklungsprojekt Energiebiomasse aus Niedermooren (ENIM).
Institut für Botanik und Landschaftsökologie. Universität Greifswald. 190 S.
PDF

Außendarstellung
Im Rahmen des Projektes fanden folgende Veröffentlichungen und Präsentationen statt:

 

pdf Übersicht über die Öffentlichkeitsarbeit
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Links

Paludikultur
Webseite zum Thema Paludikultur und den entsprechenden Projekten der Universität Greifswald.

Laufzeit
2007 - 2009

Förderung
DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Koordination
DUENE e.V.

Kooperationspartner

Fachhochschule Stralsund:
  Agentur LedA:
Landentwicklung durch Agrarkultur
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald:
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
  Landwirtschaftsbetrieb Hans Voigt